Die Gebäude der Kirchengemeinde

Die evangelische Kreuzkirche in Simbach bei Landau/Isar - seit 1960

Simbach. Seit nunmehr 60 Jahren ist die Evangelische Kreuzkirche
zentraler Punkt im Glaubensleben der evangelischen Christen in Simbach
und Umgebung. Ein Ereignis, das man nicht ungeschehen verstreichen
lassen möchte. Auch in dankbarer Erinnerung daran, dass damals viele
Gemeindemitglieder ehrenamtlich mit anpackten, um das Vorhaben des
Kirchenbaus gelingen zu lassen. Am kommenden Freitag und damit auf den
Tag genau 60 Jahre nach der Einweihung ist deshalb ein kürzerer Festakt,
so weit es die derzeitigen Corona-Auflagen ermöglichen, geplant.
Aufgrund der gegenwärtigen Lage und weil kaum eine Entwicklung abzusehen
ist, sah man bewusst von einer großen Veranstaltung ab. Der Festakt
beginnt um 18 Uhr. Nachdem er unter freiem Himmel auf dem Platz vor der
Kirche stattfindet, sich alle Interessenten dazu eingeladen.
Mit Orgelmusik wird die Gedenkfeier zum Weihetag musikalisch umrahmt.
Pfarrer Robert Schön spricht die einleitenden Worte und wird gemeinsam
mit Pfarrer Pater Paul Mrotek den Segen spenden. Auch Erster
Bürgermeister Herbert Sporrer wird ein Grußwort an die Versammelten richten.
Die evangelische Kirche ist eine Schöpfung von Professor Dr. Ludwig aus
München. Das Ziel seines Entwurfs war es, eine kleine, dem ländlichen
Charakter der Gegend angepasste Kirche zu schaffen die 120 Personen
Platz bietet. Schon beim Eintreten zieht das Mosaik an der Altarwand die
Blicke auf sich. Es wurde aus heimatlichen Kieselsteinen von der
Künstlerin Comtesse Alpheda von Hohental und Bergen geschaffen. Zusammen
mit der Gesamtgestaltung des Altarraumes stellt ihre Darstellung eine
zentrale Aussage des evangelischen Glaubens dar. Biblische Szenen
spiegeln sich hier wieder. Links zeigt sich die Arche Noah auf der
Spitze des Berges, der ihre Rettung bedeutet. Auch die Taube und der
Ölbaum wurden aus einigen 1000 Steinen aus der erstellt. Das Wandbild
nimmt die gesamte Stirnseite des Kircheninnern ein. Noch umbranden die
Wellen der großen Flut den Berg, aber schon ist die Taube unterwegs, die
neues leben verheißt. Man darf wohl daran denken, dass die Kirche seit
alters mit dieser Arche verglichen wurde. Die Lage der Arche auf dem
Berg lässt unwillkürlich an die Stadt auf dem Berg denken, mit der
Mattthäus die Schar der Gemeinde vergleicht, die nicht verborgen bleiben
kann.
Der Bau wurde am 9. Mai 1960 und somit einen Tag nach der offiziellen
Grundsteinlegung, begonnen. Er ging schneller als vorgesehen vonstatten.
Alle, die hier beteiligt waren, leisteten beste Arbeit. Die tatkräftige
Mithilfe, um das Werk glücklich und finanziell tragbar vollenden zu
können blieb nicht aus. Hand- und Spanndienste wurden erbracht.
Allerdings kam es damals zu einer unvorhergesehenen vierwöchigen
Unterbrechung, nachdem verschiedene nicht eingeplante Arbeiten
ausgeführt werden mussten, so vor allem der Einbau der Heizung. Die
Baukosten, die ohne Glocken und Innenausstattung mit 58.000 Mark
veranschlagt waren, erhöhten sich dadurch auf 66.842 Mark. Es wurde
beschlossen, eine neue Staffelung des Kirchgeldes entsprechend des
Einkommens einzuführen. Im September 1960 konnte die evangelische Kirche
bis auf die Kirchturmspitze im Rohbau erstellt werden. Der damalige
Schuhfabrikant aus Simbach Josef Gerold spendierte die erste Glocke für
die neue Kirche. 1964 konnte die zweite Glocke geweiht werden.
Nach Fertigstellung wurde die Evangelische Kreuzkirche im Rahmen eines
großen Festaktes mit hunderten von Teilnehmern feierlich eingeweiht. Der
damalige Ortsgeistliche Vikar Wagner öffnete in diesem Rahmen offiziell
das neue Gotteshaus. Bis dahin wurden in der alten Schule, in einem
Raum, der nicht mehr für den Schulunterricht genutzt wurde, die
evangelischen Gottesdienste abgehalten. Seit 60 Jahren nun ist dieser
geweihte Ort angemessener Rahmen zur Feier der Gottesdienste im
Jahreslauf, zu der sich die Gemeindemitglieder regelmäßig versammeln.

Monika Bergbauer

Das evangelische Gemeindezentrum in Arnstorf mit Pfarramt und Pfarrwohnung - seit 1967

50 JAHRE EV. GEMEINDEZENTRUM ARNSTORF
Heimstatt zum Teilen von Glück und Leid
Evangelische Christen feierten 50 Jahre Gemeindezentrum – Regionalbischof als Ehrengast
Arnstorf. Der 24. September 1967 war für die evangelische Kirchengemeinde Arnstorf ein Tag der Freude, wurde doch damals das neu errichtete Gemeindezentrum an der John-F.-Kennedy-Straße eingeweiht. Auf den Tag genau 50 Jahre später beging man dieses Jubiläum mit einem festlichen Gottesdienst und einer „weltlichen“ Feier im katholischen Pfarrzentrum St. Georg. „Seit 50 Jahren kommen in diesem Haus Menschen zusammen, zum Gottesdienst, zu Veranstaltungen, auch zum Kinderfasching und zu gemeinsamen Feiern – und zum Feiern lädt man sich liebe Gäste ein“, leitete Pfarrer Robert Schön sein Willkommen ein. Dabei freute er sich über die vielen Gläubigen aus allen Orten der Kirchengemeinde, über das Dabeisein zahlreicher Ehrengäste, darunter seine Amtsvorgänger Pfarrerin Dorothea Neubert und Pfarrer Georg Pilhofer sowie Vertreter des öffentlichen Lebens und der Banken. „Es hat Niederbayern nicht geschadet, dass wir gekommen sind“, blickte Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss aus Regensburg bei seiner Predigt augenzwinkernd zurück auf die Geschichte der evangelischen Christen in der Region. Voll Hoffnung sei man vor über 50 Jahren daran gegangen, sich eine Heimstatt zu schaffen, die seither zum Teilen von Glück und Leid einlädt, die ein Ort für besonderen Wendepunkten im Leben ist, für Gespräche mit Gott, für Freude an der Gemeinschaft und für die schönen Seiten des Lebens. „Darauf schauen, das, was Gott und schenkt, reichlich weitergeben, verstehen und wissen, dass Gott uns leitet und führt und in ökumenischer Gemeinschaft nicht über zurück gehende Zahlen der Gläubigen zu lamentieren, sondern es neu angehen, Gottes Liebe zu verbreiten“, drückte Regionalbischof Dr. Weiss sein Anliegen aus. „So seid ihr nun nicht mehr Fremdlinge, sondern Gottes Hausgenossen“ zitierte Dekan Siegfried Stelzner aus Landshut eine Stelle aus dem Epheserbrief bei seinem Grußwort. Das Gemeindezentrum biete seit 50 Jahren die Voraussetzung für ein vielfältiges Gemeindeleben und sei zum Zuhause und Ausdruck geschwisterlichen Leben geworden. „Möge das mit Gottes Segen so weiter gehen“, wünschte er. Pfarrer Bernhard Saliter, der für die katholische Kirchengemeinde den Festgottesdienst mitgestaltete, stellte bei seinem Grußwort das gute Miteinander der Konfessionen und Glaubensrichtungen in Arnstorf in den Mittelpunkt seines Grußwortes. Seine Hoffnung und Bitte, als katholische und evangelische Christen dafür zu beten und darauf hinzuarbeiten, dass man eines Tages gemeinsam Abendmahl feiern können, wurde von den Anwesenden mit spontanem Beifall unterstrichen.  Arnstorfs 3. Bürgermeisterin Maria Bellmann verband Dank und Anerkennung der politischen Gemeinde mit dem Wunsch für eine gute Zukunft mit vielen aktiven Gläubigen und überreichte einen Geldbetrag für den Erhalt des Zentrums.  „Es gab Zeiten, da war evangelisch-sein in unseren Breiten nicht leicht, aber das ist Gott sei Dank vorbei“, strich Landrat Helmuth Lugeder bei der Gratulation im Namen des Landkreises heraus. Die schöne Feier sei ein Zeichen, dass die Kirche lebt und aktiv und offen für Menschen ist. „Junge, engagierte Christen, die sich konfessionsübergreifend engagieren und ein Weiterkommen in der Ökumene“ lautete der Wunsch von Hans Lindner, der bei seiner Rede auf die Verbindung über die vielen evangelischen Bewohner des Parkwohnstiftes und der Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk einging. Nach dem Dank von Pfarrer Schön an alle, die in irgendeiner Weise zum Gelingen dieses besonderen Tages beigetragen haben, traf man sich – wiederum in ökumenischer Eintracht, zur Weiterfeier im Pfarrzentrum St. Georg, wo neben gutem Essen gute Gespräche und ein Blick in die Geschichte, zusammen gefasst von Hiltrud Hasselmeier und Armin Scholz im Mittelpunk standen.                 -cm

Gemeindezentrum Arnstorf