„Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“ – unter diesem Thema aus dem Buch Hiob in der Bibel steht in diesem Jahr der „Tag der Schöpfung“, den Christen seit einigen Jahrzehnten immer im Monat September begehen. Dazu fand auch in der Schneekapelle Arnstorf eine ökumenische Andacht statt, die von den Pfarrern Michael Osterholzer und Robert Schön sowie Priesteramtskandidat und Praktikant Christian Eichinger gefeiert wurde.
„Die rhetorische Frage, die Gott an Hiob richtet, stellt uns hinein in die Weite der Schöpfung – und in die Wahrheit über uns selbst.“ Mit diesen Worten begrüßte Pfarrer Schön die Gläubigen. „Wir leben in einer Zeit, in der wir glauben, die Erde vermessen und im Griff zu haben. Und doch erfahren wir ihre Verletzlichkeit: Arten sterben aus, Lebensräume schwinden, das Klima verändert sich. Die Weite der Erde lässt uns staunen – und sie zeigt der Menschheit deutlich. Wir sind Mitgeschöpfe, nicht der Schöpfer. Die Weite der Erde zeigt sich im Großen und im Kleinen, im Himmel über uns und im Samen, der neues Leben trägt. Alles ist miteinander verwoben.“
Als Zeichen dafür verbanden die Anwesenden ihre einzelnen Wollfäden zu einer langen Kette, die die Zusammengehörigkeit alles Geschaffenen darstellen sollte. Die musikalische Begleitung der Andacht erfolgte durch Andreas Graser und auch eine Katze, die mehrmals durch das Gotteshaus schlich, erwies damit ihrem Schöpfer Dank und Ehre.
