Einen ganz besonderen Prediger hatten die Bewohner des Pichlmayr-Wohnheims in Simbach zu Gast: Zum Gottesdienst, den die ev. Kirchengemeinde immer einmal im Jahr mit ihnen feiert, war Bischof Nikolaus von Myra gekommen, verkörpert von Pfarrer Robert Schön. Sonst bekannt als Gabenbringer zur Vorweihnachtszeit war er diesmal vor allem wegen seines Amtes als Bischof anwesend.
Er berichtete vom Konzil in Nizäa, das vor 1700 Jahren im Jahr 325 stattfand und an dem er zusammen mit vielen anderen geistlichen Würdenträgern des Römischen Reiches teilgenommen hatte. Bei dieser Versammlung wurde das erste gemeinsame Glaubensbekenntnis der Christenheit verfasst, das seitdem in Gottesdiensten an den Festtagen gesprochen wird. Weil es sehr umfassend ist, wird meistens das einfachere Apostolische Glaubensbekenntnis gebetet, das viele Christen auswendig können. Dennoch erzählte Bischof Nikolaus davon, warum es damals so wichtig war, einen gemeinsamen Text zu finden, der die wichtigsten Inhalte des christlichen Glaubens zusammenfasst. Ausgangspunkt waren die Lehren des Priesters Arius, der kurz gesagt behauptete, Jesus Christus wäre nicht voll und ganz Gott. Doch wenn dies stimmte, hätte er die Menschheit nicht erlösen können – und dies beunruhigte damals viele Christen und stürzte sie in Glaubenszweifel. Auf dem Konzil von Nizäa konnten die Lehren des Arius widerlegt werden und die Bischöfe der Christenheit verfassten das Glaubensbekenntnis, in dem festgeschrieben wurde, dass Jesus Christus voll und ganz Gott ist, zusammen mit Gott Vater und dem Heiligen Geist. Nikolaus, dessen Teilnahme am Konzil schriftlich festgehalten und belegt ist, konnte den Anwesenden darüber als Augenzeuge aus erster Hand berichten.
Als Bischof Nikolaus sich verabschiedet hatte, feierte Pfarrer Schön wieder als er selbst das Heilige Abendmahl mit den Anwesenden und dankte dem Posaunenchor aus den Kirchengemeinden Arnstorf und Reisbach für die musikalische Gestaltung, bevor der Gottesdienst mit dem Segen seinen feierlichen Abschluss fand.