Gedenkfeier 60 Jahre Kreuzkirche Simbach

60 Jahre 1
Bildrechte: Monika Bergbauer

Weihetag Kreuzkirche
  Monika Bergbauer

Simbach. Der laue Herbstabend, das bunt gefärbte Laub und die
Kerzenlichter boten einen ansprechenden Rahmen für den Festakt, den man
der Tatsache widmete, dass es am Freitag genau 60 Jahre waren, dass die
evangelische Kreuzkirche geweiht wurde. Allgemeines Bedauern herrschte
aber über die Tatsache, dass das geplante Fest, einen Tag, bevor die
Corona-Ampel im Landkreis auf Rot schwenkte, nur in kleiner Form
stattfinden konnte.
Organistin Helga Scholz umrahmte die Feierstunde, unterstützt von
Norbert Kempa mit der Trompete, musikalisch. Als Hausherr begrüßte
Pfarrer Robert Schön eingangs die Versammelten, unter ihnen auch Erster
Bürgermeister Herbert Sporrer und Zweite Bürgermeisterin Petra Schulte.
Er zitierte aus dem Eingangslied „Tut mir auf die schöne Pforte“.
Besondere Bedeutung erhalte es, wenn eine neugebaute Kirche erstmals
betreten werde. Natürlich sei es erwünscht, diese Einladung auch
anzunehmen. Doch dieses Mal blieb man wegen der gegebenen Umständen
unter freiem Himmel. Gerne hätte man einen festlichen Gottesdienst
gefeiert. Wenn dies auch nicht möglich war, so spurlos und schweigend
sollte dieses besondere Ereignis nicht vorübergehen. 60 Jahre
Kreuzkirche Simbach, 60 Jahre ein Gotteshaus auch für die evangelischen
Christen aus der Umgebung. Viele sehen es nach wie vor als wichtig an,
dass es Kirchen gebe, dass ein Gebäude in dem Ort stehe, wo man lebe,
vielleicht täglich vorbeikomme. Es erinnere auch von außen an Gott.
Allein dadurch, dass es dastehe. Diese Bauwerke stehen dafür: „Gott ist
gegenwärtig, er will in unserer Mitte sein.“ Pfarrer Robert Schön hob
die Symbolkraft hervor: „So wie zeichenhaft Gott mit diesem Haus einen
Platz fand in unserer Heimat, so möge er auch immer einen Platz finden
in uns Menschen, in uns selber, in unserem Herzen, Fühlen Denken und
Handeln.“
Erster Bürgermeister Herbert Sporrer gratulierte gerne zu diesem
Ereignis. Vor 60 Jahren waren es schwierigen Zeiten, heute wieder. Aber
in einem ganz anderen Sinn. Kurz nach Kriegsende taten sich die
evangelischen Gläubigen zusammen, ihre eigene Kirche zu bauen, um
zusammen zu kommen. Heute sei das so nicht möglich. Einschränkungen
beherrschen unser Leben. Damals wurde innerhalb einiger Monate die
Kirche errichtet. Seitdem sei sie Glaubenszeichen für die evangelische
christliche Gemeinschaft. Er wünschte ihr noch viele Jahre der
Gemeinsamkeit und des gemeinsamen Gottesdienstfeierns, verbunden mit der
Hoffnung, dass diese schwierigen Zeiten überwunden werden wie schon so
oft in der Geschichte. Der Glaube sollte uns stärken, nach vorne zu schauen.
„Wenn Menschen eine Siedlung bauen, dann baut Gott irgendwann auch eine
Kirche“, so Pfarrer Pater Paul Mrotek. So viele Kirchenjubiläen erinnern
seit Jahrhunderten an die Gründung einer Kirche, so auch diese. Ein
Zeichen dafür, dass Gott bei den Menschen mit all ihrer Freude und Nöten
ganz nahe wohne. Hier finde man Ruhe, wenn die Wogen des Lebens einem
über dem Kopf zusammenzuschlagen drohen. Wo das Evangelium verkündigt
werde, entstehe eine Gemeinde im Namen Gottes. Die Gemeinschaft entstand
in Simbach vor mehr als 70 Jahren, als hier ein neues Leben für viele
Familien begann. Ein Haus Gottes mitten unter den Menschen sei etwas
Besonderes, denn hier treffen sich die Wirklichkeit des Menschen und die
Wirklichkeit Gottes. „Gott braucht kein Gaus, aber wir Menschen brauchen
ein Haus Gottes in unserer Welt.“ Die Kreuzkirche sei auch heute ein
Zeugnis der langen Glaubenstradition. „Ein Jubiläum lässt uns nicht nur
in die Vergangenheit schauen, sondern schenkt uns Mut, in die Zukunft zu
gehen.“ Der Geistliche wünschte allen, dass die Feier des Jubiläums
weiter wirke in all ihrem Tun, Beten und Handeln.
Nach einem gemeinsam gesprochenen „Vater unser“  erbaten die beiden
Geistlichen Gottes reichen Segen für jeden einzelnen und die Zukunft der
Gemeinde. Pfarrer Schön bat darum, dass Gott durch die Kraft des
Heiligen Geistes in dieser Kirche stets weiterhin seine Gemeinde
sammeln, aufbauen und stärken möge und dass alle, die hier ein- und
ausgehen, Leben und Seligkeit empfangen.
Die Feierstunde endete, wie sie begann, mit Glockengeläut.