FERIENZEIT VORBEI

Gottesdienst Arnstorf
Bildrechte: Robert Schön

Ferienzeit vorbei, Pfarrer Schön ist wieder da!GOTTESDIENSTE JEDEN SONNTAG UM 10 UHR IN DER KREUZKIRCHE SIMBACH! 

Die Andacht zum Ferienbeginn können Sie hier weiterhin lesen: 

Schulferien, Urlaubszeit, Zeit für Erholung, für Freiheit, das tun, was Freude macht. In diesem Jahr fällt ein Schatten darauf wegen den Gefahren der Corona-Pandemie. Trotzdem sollen an diesem ersten Ferientag einige grundsätzliche Gedanken stehen, die sie unten lesen können. Ursprünglich auf deren Anfrage verfasst für den Gemeindebrief der evangelischen Gemeinden in Landshut.

Als ich mir überlegt habe, was ich hier schreiben könnte, war einer meiner ersten Gedanken: Es ist die Ausgabe des Gemeindebriefes für die Ferien- und Urlaubszeit. Also einfach eine weiße Seite, nur mit dem Text in der Mitte:

 Gott ruhte am siebten Tag von allen seinen Werken, die er gemacht hatte (Genesis/1.Mose 2,2,2b). Einen Monat lang etwa ruht auch der Pfarrer und hat Urlaub, darum keine Andacht.

Das wäre zwar eine tolle Idee – aber es wäre nicht fair.

Nicht fair, weil das Leben überhaupt und damit auch in den Kirchengemeinden ja in den Ferien weitergeht. Es gibt weiterhin Gottesdienste, es gibt Notdienst für die Seelsorge. Wenn Beerdigungen nötig, Taufen und Hochzeiten gefeiert werden sollen, muss niemand warten, bis die Pfarrerin oder der Pfarrer am Ort wieder da ist. Andere Kollegen übernehmen Vertretung, abwechselnd sind die Geistlichen abwesend, die kirchliche Versorgung ist gesichert. Denn das Leben bleibt ja nicht stehen, wenn der Pfarrer nicht da ist. Und das ist wichtig und gut so.

Denn gerade in den letzten Monaten haben wir die Erfahrung machen müssen, wie das ist, wenn das Leben stehenbleiben muss. Die Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie haben viele Einschränkungen verursacht. Viele Menschen waren unfreiwillig zum Nichtstun gezwungen (während andere bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gefordert waren). Selbst wenn Arbeit und Aktivität auch unsere Kräfte und Fähigkeiten beanspruchen können bis hin zum Stress, so kann erzwungene Untätigkeit oft noch schlimmer sein. Darum sehnen sich jetzt viele so sehr danach, dass nach der langen Zeit der Pandemiebeschränkungen das übliche gesellschaftliche Leben wieder weitergehen kann, auch in den Kirchengemeinden.

So wird nach all diesen Überlegungen deutlich: Es gilt auch in diesem Bereich unseres Lebens, das rechte Maß zu finden, den Ausgleich zwischen Zeiten der Aktivität und Zeiten der Ruhe. Wenn man es auch noch so gern macht, ununterbrochen durcharbeiten, aber auch durchfeiern kann niemand. Gott, der uns Menschen geschaffen hat, hat das gewusst und bedacht.

Man könnte sich ja wundern, dass das Werk der Schöpfung Gott so angestrengt hätte, dass er danach einen Ruhetag brauchte. Hat

er nicht geahnt, gewusst oder dran gedacht, dass diese Schöpfung und vor allem die Menschen in ihr ihm noch genug Unruhe und Mühen und Sorgen bereiten werden? Verglichen damit war das Ganze zu erschaffen wahrscheinlich noch die geringere Mühe und Arbeit. Ein Grund mehr, ihm dafür dankbar zu sein, dass er diese Welt immer noch erhält, schon seit Millionen von Jahren.

Gott war und wird nicht müde oder erschöpft. Weder nach seinem Werk der Erschaffung der Welt noch seitdem bis heute und in alle Zeit. Dass er aber ruhte am siebten Tag, das hat er uns Menschen zum Vorbild getan. Als Vorbild und gutes Beispiel dafür, dass wir neben aller Aktivität auch die Zeit der Ruhe und der Muße brauchen. Schon am Abend eines jeden Schöpfungstages hielt Gott inne, heißt es, betrachtete sein Werk und sah, dass es gut war. Es steht nicht geschrieben, dass er vielleicht auch dieses und jenes sah, was (noch) nicht so gelungen war, und am nächsten Tag hat er es noch geändert und besser gemacht. So hat der Schöpfer den Menschen dann von seiner Natur her so angelegt, dass er ihm sozusagen die Bremse eingebaut hat: Wir Menschen können nicht ununterbrochen tätig sein, aber wir brauchen es auch nicht. Wir dürfen sie uns leisten, die Ferien, den Urlaub, die Freiheit und Gelegenheit zu Entspannung, Ruhe, Muße. Zum Nachdenken über Gott und die Welt und über uns selbst. – Und danach wieder frisch ans Werk!

Doch zunächst einmal:

Eine erholsame und ermutigende Ferien- und Urlaubszeit wünscht Ihnen Pfarrer Robert Schön, Arnstorf.